Landeshintergrund Assynth Drucken

Die Halbinsel Assynth ist im Südosten über eine Landbrücke mit der Nachbarhalbinsel Yerodin verbunden. Wilde zerklüftete Täler wechseln sich mit noch wilderen Sümpfen und Wäldern ab.

Im Gegensatz zu Yerodin gibt es auf dieser nördlichen der beiden Halbinseln kein einheitliches Landesgebilde. Grob unterteilt sich Assynth in die Theokratie Assynth als größten Staat, einige kleinere Stadtstaaten, deren Territorien zur Zeit von der Theokratie Assynth besetzt sind, das Königreich Lantra im Nordosten, welches zu großen Teilen aus einer vulkanisch geprägten Landschaft besteht und verschiedenen Orkstämmen, die permanent versuchen, entweder sich selbst oder jemand anderen auszurotten. Die Bevölkerung besteht, außer einem Teil der Bevölkerung von Lantra und natürlich den Orks, zu 95% aus Menschen. Sowohl die Bewohner der Stadtstaaten, Lantra und die Orks gelten theoretisch gesehen als Assynther. Wenn man allerdings technisch gesehen von "den Assynthern" spricht, meint man immer die Bewohner der Theokratie Assynth. Wenn also im Folgenden von den Assynthern die Rede ist, bezieht sich dies immer auf die Bewohner der Theokratie, es sei denn, es wird ausdrücklich etwas anderes gesagt.

Die Theokratie Assynth 

Assynth ist weniger, wie viele meinen, ein streng gefügtes Staatsgebilde sondern ein Konglomerat an „freischaffenden Künstlern“, deren oberstes Ziel die Sicherung des eigenen Vorankommens und damit des eigenen Wohlstandes ist. Der Oberste (und einzige für allen anderen Götter stellvertretend zu verehrende Gott) der Assynther heißt Niles Nilates, der Gott des Reichtums, der Glückseligkeit und Hüter des Landes. Jeder Assynther, auch wenn viele nebenher doch auch die anderen Götter verehren, ist diesem Obersten der Götter verpflichtet. Dies kommt der tiefen assynthischen Seele zu Pass, die im Zweifelsfalle für ein gutes Geschäft sogar die eigene Mutter (natürlich nur bildlich) verkaufen würde. Damit unterscheiden sich die Assynther grundlegend von allen anderen auf der Doppelinsel Yerodin/Assynth lebenden Völkern. Vielleicht lässt sich ihr Gehabe noch am ehesten mit denen auf der Insel vertretenen Orkstämmen vergleichen. Aber was die Assynther gegenüber den Orks auszeichnet, ist ihre Geschäftstüchtigkeit. Ein Assynther hat von sich ein Selbstverständnis, welches den eigenen Reichtum und damit das eigene Wohlergehen als Selbstverständlichkeit ansieht. Sollte es mit dem Reichtum noch nicht so weit sein, ist er gerne bereit, tatkräftig dabei zu helfen.

Wo Orks mit Krieg und Verheerung agieren, verhandeln die Assynther zuerst, um dann mit Krieg und Verheerung zu kommen. Diese Reihenfolge hat vor der Unterwerfung verschiedener Orkstämme schon zu reichlich Verwirrung unter deren Häuptlingen geführt. Es gibt heutzutage nur noch wenige Stämme der Orks auf der Insel, die nicht unter der Kontrolle der Priester des Niles Nilates stehen.

Aber warum kontrollieren die Assynther nicht einmal „ihren Teil“ der Insel vollständig?

Nun, dazu hilft die Beleuchtung der assynthischen Seele weiter. Da ein Assynther nach Ruhm und Reichtum strebt, hilft ihm die Umwelt nur insofern weiter, wie sie diese Attribute erfüllt.

Des weiteren muss man sich vergegenwärtigen, dass die assynthische Gesellschaft in Stände geteilt ist, die alle für eine Umverteilung der Macht zu ihren Gunsten kämpfen. Die assynthische Gesellschaft gliedert sich in Handtätige, Bürger, Patrizier und Priester. In der Gruppe der Handtätigen finden sich sowohl Handwerker und Bauern als auch Dockarbeiter oder andere wieder. Diese Gruppen vereint nur der unbändige Glaube an den eigenen Wohlstand. Das jetzt gerade die Theokratie tatsächlich von den Priestern geführt wird und nicht wie lange zuvor durch die Patrizier, ist reiner Zufall. Da jeder Stand für sich beansprucht, seinem Gotte am besten zu dienen, kann das Priestertum daraus keinen Absolutheitsanspruch für sich postulieren.

Es wäre für die assynthische Theokratie ein Leichtes gewesen, die Stadtstaaten auf ihrer Inselhälfte auszuschalten. Aber Piraten und andere Gestalten (ja selbst auf Umwegen andere Länder) machen selten direkt Geschäfte mit einer Theokratie. Lantra zum Beispiel wurde zwar in einen Krieg verwickelt, aber ein Volk von Bauern, Jägern und Naturwesen ist nicht nach dem Geschmack der Priester. Ein Eroberungsfeldzug auf die große Nachbarinsel Montralur wurde deshalb ebenfalls im Planungsstadium abgeblasen. Die riesige Insel versprach aufgrund ihrer komplizierten politischen (und religiösen) Verhältnisse und trotz der großen Bodenschätze alle andere als einfach zu erobern zu sein. Zusätzlich wollte man nicht die Begehrlichkeiten der dort lebenden Urbevölkerung, der Nymbra, wecken.

Leichte, viel versprechende Beute, ist mehr nach dem Gusto der Priester.

Nach den ersten Enteignungen der Großgrundbesitzer, Händler und Patrizier in den eroberten Landstrichen der Halbinsel Assynth sank die Leistungsfähigkeit der dortigen Bevölkerung derart rapide ab, dass schon bald eingegliederte Gebiete ihre Unabhängigkeit durch (formellen oder tatsächlichen) Erlass zurück erlangten.

Dies alles bedeutet natürlich nicht, dass es auf den Straßen dieser Länder keine Priester der Unität, Niles Nilates, gibt. Nach wie vor stehen auch die de facto unabhängigen Staaten auf der assynthischen Halbinsel unter einem großen Einfluss der Theokratie Assynth. Ähnlich, aber nicht gleich, stellte sich die Situation nach der Eroberung der südlichen Halbinsel, Yerodin, dar. Tausende von Soldaten waren dem Ruf durch die Priester nur gefolgt, weil Yerodin als Land der Verheißung, als Gottessgeschenk Niles Nilates an seine (natürlich) leidenden Gläubigen galt. So fiel Yerodin in die Hand der Assynther.

Doch Jahre nach der Besetzung stellt sich die Situation für die Assynther gänzlich anders dar. Eine Bevölkerung, die scheinbar keinen Widerstand mehr leistet, gelenkt durch Kollaborateure, gepaart mit einer teilweise in weiten Landesteilen unverstandenen Natur machen den assynthischen Besatzungstruppen das Leben nicht gerade leicht.  

Die versprochenen Reichtümer, selbst für den gewöhnlichsten Soldaten, sind nicht eingetreten. Aus der Heimat bleibt teilweise der Sold aus. Gerüchte von Überfällen der Yerodiner auf Einheiten der Assynther geistern durch das Land. In der Heimat scheint Krieg in einigen Provinzen zu herrschen.

Die Religionsoffiziere tun ihr bestes zur Aufrechterhaltung der Moral in der Truppe, doch der assynthische Geist bricht sich immer mehr Bahn. Sobald kein Religionsoffizier in der Nähe ist, präsentieren sich die assynthischen Truppen als ziemlich undisziplinierter Haufen.

Das soll allerdings nicht heißen, dass sie nicht sehr, sehr gefährlich sind.

Schon mehr als ein unbesonnener Yerodiner beendete sein Leben auf dem Schafott.

 

(Ignaeus)